Ankunftszentrum auf KaBoN-Gelände

Mit Überraschung und Unverständnis reagiert das Bezirksamt Reinickendorf auf die Ankündigung der Senatsintegrationsverwaltung, im geplanten Ankunftszentrum auf dem Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik (KaBoN-Gelände) in Wittenau bis zu 600 Flüchtlinge unterbringen zu wollen – und damit deutlich mehr als bisher kommuniziert. Hintergrund ist die Entscheidung der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach, die Flüchtlingsunterkunft am Hangar in Tempelhof sofort aufzulösen und die betroffenen Menschen vorübergehend in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau unterzubringen.

In wenigen Wochen sollen dann das Ankunftszentrum nach Reinickendorf auf das KABoN-Gelände verlegt und die Flüchtlinge in den dortigen Sternhäusern untergebracht werden. Bezirksbürgermeister Frank Balzer: „Das bedeutet eine völlige andere Zeitschiene.“

Geplant war bisher, dass beide Sternhäuser umgehend leer gezogen und abgerissen werden, um Wohnungsbau auf der dann freien Flächen zu entwickeln. Ein neuer Modulbau mit rund 380 Plätzen sollte – von der Oranienburger Straße kommend – auf der rechten Seite entstehen. Dieser Modulbau und die vorhandenen Verwaltungsgebäude sollten als Erstaufnahme genutzt werden.

„Der Modulbau könnte aber frühestens 2019, eher 2020 in Betrieb gehen“, sagt Frank Balzer. Die jetzige Entscheidung bedeute, die Sternhäuser würden nicht abgerissen. Der Wohnungsbau kann erst viel später realisiert werden und die Zahl der Flüchtlinge auf dem Areal steigt deutlich.

„Sehr problematisch ist, dass der Öffentlichkeit vor drei Wochen, am 26. November, im Fontanehaus ein völlig anderer Sachverhalt dargestellt wurde. Was sich in dieser kurzen Zeit verändert hat und nicht schon damals bekannt war, kann das Bezirksamt nicht nachvollziehen“, so Frank Balzer. Aus diesem Grund hat der Reinickendorfer Bezirksbürgermeister gegenüber Staatssekretär Daniel Tietze erklärt, dass zu dieser Maßnahme kein Einvernehmen erzielt werde und diese allein eine Entscheidung der Senatsverwaltung sei. Die Senatsverwaltung wurde aufgefordert, dies auch gegenüber den Anwohnern in Wittenau entsprechend zu kommunizieren.

Bezirksbürgermeister Frank Balzer: „Für die angestrebte und von uns ausdrücklich unterstützte Integration der zu uns gekommenen Menschen ist es unabdingbar, auch die aufnehmende Infrastruktur und die dort lebenden Menschen nicht zu überfordern.“

Auf dem KaBoN-Gelände entsteht bereits ein Tempohome (Containerdorf) mit 256 Plätzen. PMBA – kb166m

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