Der Reinickendorfer Bezirksverordnete Felix Schönebeck sieht als Mitglied des Ausschusses durchaus Bedarf, das Straßenbild und die Aufenthaltsqualität in Alt-Tegel zu verbessern. „Aber die Tegeler und Reinickendorfer sind nicht zu Unrecht sehr sensibel geworden, was grundlegende Veränderungen des öffentlichen Raums in unserem Bezirk angeht. Deshalb darf eine gewünschte Aufwertung und Verbesserung keinesfalls den historischen Kern Alt-Tegels verändern. Gerade dieser einmalige Charakter macht Alt-Tegel als Ort aus“, so Schönebeck weiter. In der Vergangenheit hätte es mehrere Projekte gegeben, wo städtebauliche Erneuerungen und Umgestaltungen im Nachhinein von den Bürgerinnen und Bürgern weniger als Erfolg, sondern eher kritisch betrachtet worden wären.
Schönebeck stellt sich auch die Frage der Notwendigkeit einer kostenintensiven und aufwändigen Studie, die durch Bezirksstadträtin Korinna Stephan in Auftrag gegeben worden ist. Denn deutlich mehr als ein Drittel der knapp 1.800 Teilnehmer einer Umfrage im Rahmen der Studie sind mit dem aktuellen Zustand von Alt-Tegel „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“, ein weiteres gutes Drittel sieht ihn „neutral“ und lediglich weniger als ein Viertel der Befragten sind „unzufrieden“ bis „sehr unzufrieden“.
„Probleme werden unter anderem bei der Pflege der Grünanlagen, der Sauberkeit und der Beleuchtung gesehen. Die Ergebnisse der Befragung bringen keine Neuigkeiten und bestätigen ein längst vorhandenes Meinungsbild, dass bekannt sein dürfte, wenn man sich regelmäßig mit Bürgerinnen und Bürger vor Ort austauscht. Die mit hohen Kosten verbundene Studie hat damit einen überschaubaren Mehrwert. Das Geld hätte man direkt dafür nutzen können, den Zustand durch kleine, aber wirksame Maßnahmen zu verbessern“, erklärt Schönebeck.
Schon jetzt positiv sehen die Befragten vor allem die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, das Gastronomieangebot und die Gestaltung des öffentlichen Raums. Neutral werden Einzelhandelsangebote, Parken und das Vorhandensein schattiger Orte beurteilt. Eine von der Studie empfohlene Neugestaltung des „Schlossplatzes“ am U-Bahnhof Alt-Tegel sei nach Schönebecks Ansicht definitiv überlegenswert: „Ein Update für den wohl prominentesten und belebtesten Platz in Tegel unter Wahrung historischer Elemente und mit enger Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere der Anwohnern, Gastronomen und Einzelhändler, wäre eine gute Entwicklung und ein ein tolles Zukunftsprojekt.“