TEGELER Markthalle

Die Tegeler Markthalle ist seit über 110 Jahren eine Institution in Reinickendorf. Zu Beginn der umfangreichen Bauarbeiten in der Gorkistraße für das „Tegel Quartier“ vor fünf Jahren war die Zukunft der Markthalle ungewiss.

Deshalb schlossen sich 2016 Tim Zeelen, damals Tegeler Abgeordneter, Felix Schönebeck vom I love Tegel e.V., Michael Grimm von der AG „Kunst und Kultur in Tegel“, Christian Garbrecht vom Tourismusverein Reinickendorf e.V. und Historiker Frank-Max Polzin zusammen und gründeten kurzerhand die Initiative „Tegel kämpft um seine Markthalle“.

Mit Erfolg: 11.228 Unterschriften konnten gemeinsam mit den Händlern für den Erhalt der Markthalle gesammelt werden. Ein starkes Zeichen, das auch den Projektentwicklern der HGHI die Potentiale und die Anziehungskraft der Markthalle in Tegel deutlich machte. Im Februar 2017 zog die Markthalle dann vorübergehend in das gegenüberliegende Gebäude in der Gorkistraße, in dem einst Karstadt und später Hertie ansässig war. Anfang 2020 gab es dann keine Ausweichoption mehr in der Fußgängerzone, die Markthalle musste erst einmal schließen. Im Juli 2020, sechs Monate später, sollten die Händler die neue Markthalle beziehen können. So der Plan. Mittlerweile sind 21 Monate vergangen, die Markthalle ist noch immer nicht wieder eröffnet gleichwohl die Bauarbeiten im Innenbereich auf den ersten Blick weitgehend beendet scheinen.

Umso größer war die Freude, als vor einigen Wochen die Nachricht durchsickerte, dass am 16. September 2021 die lang ersehnte Wiedereröffnung stattfinden soll. Der Termin konnte jedoch nicht gehalten werden. Laut Händlern sollte die Eröffnung nun in der ersten Oktoberwoche stattfinden, sofern eine für den 29. September geplante Bauabnahme erfolgreich sein sollte.

Die Begehung musste jedoch durch die zuständige Bauaufsicht abgesagt werden. Es lagen zu diesem Zeitpunkt nicht alle in der Baugenehmigung geforderten mangelfreien Prüfbescheinigungen der Sachverständigen vor. Zudem war eine gesicherte Rauchableitung aus der Markthalle und der daran anschließenden Passage nicht gewährleistet. Teilweise wurden für die Abnahme relevante Bauanträge erst 14 Tage vor der Begehung eingereicht. Diese waren teilweise auch noch unvollständig. Darüber hinaus fehlen noch erforderliche Baufertigstellungsanzeigen und weitere Sachverständigenbescheinigungen. Wann die Begehung nachgeholt werden und die Markthalle wieder eröffnen kann, ist weiter unklar.

„Eine extrem belastende und schwierige Situation für die Händler, denen nach 21 Monaten ohne Geschäft langsam die Luft ausgeht“, sagt Felix Schönebeck, der von vielen aus der Markthalle um Hilfe gebeten wurde. Die meisten von ihnen kennt er seit Jahren. „Die Halle sollte im Juli 2020 fertiggestellt sein. Damals war von sechs Monaten Überbrückung die Rede. Das war machbar.

Nun steuern wir langsam auf zwei Jahre Schließung zu. Bei vielen geht es jetzt um die Existenz. Sie haben Angst, diese Zeit finanziell nicht zu überstehen und insolvent zu sein, bevor sie wieder eröffnen können“, erklärt Schönebeck. Er wisse zwar, dass es durch die Pandemie unverschuldete Verzögerungen bei Bauvorhaben gebe, aber gerade dann sei eine nahtlose Kommunikation wichtig.

Die Händler hätten ein Recht darauf, über den aktuellen Stand und das weitere Verfahren informiert zu werden. „Die Händler müssen jetzt klar und deutlich wissen, wann die Markthalle eröffnet, damit sie eine tragfähige Perspektive haben und auch um Waren bestellen und Personal einplanen zu können. Es muss jetzt einen verbindlichen und seriösen Fahrplan geben“, fordert Schönebeck.
PMM


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