Der neue „Kiezbus“

Der „Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau“ begrüßt den Start des zweijährigen Testbetriebes der Buslinie zwischen Glienicke und Frohnau ab dem 1. April 2019. Ausdrücklich sind die Initiative und das Engagement der Gemeinde Glienicke/Nordbahn hervorzuheben, die in erheblicher Höhe in finanzielle Vorleistung geht.

Pendler aus den östlichen Umlandgemeinden und die bislang schlecht angebundenen Frohnauer Haus-halte aus den östlichen Randgebieten erhalten nun bessere Möglichkeiten zum Umsteigen auf den öffentlichen Personennahverkehr. Der neue Bus kann auf diese Weise zur Reduzierung der Verkehrs-belastung an den Frohnauer Plätzen beitragen. Auch für Frohnauerinnen und Frohnauer, die Ein-richtungen in Glienicke nutzen (Schulen, Glienicker Spitze, Sportangebote), ist der neue Bus ein Beitrag zum weiteren Zusammenwachsen der Nachbarschaften.

Die Buslinie kann als Testbetrieb angesichts ihrer relativ wenigen täglichen Fahrten natürlich noch nicht alle Anforderungen einer leistungsfähigen Erschließungslinie erfüllen. Die Initiative ist aber schon jetzt als Chance für die betroffenen Gemeinden und Ortsteile zu begreifen! Der zweijährige Test sollte genau beobachtet und bei Erfolg – und nach möglichen verkehrlichen Optimierungen – in den Regel-betrieb überführt werden.

Das Land Berlin, der Bezirk Reinickendorf sowie der Landkreis Oberhavel und der Verkehrsverbund VBB sollten ihre Kooperation verstärken, die Busverbindung in den nächsten zwei Jahren weiter-entwickeln und sie auf eine dauerhafte Grundlage stellen.

Für den Bürgerverein stehen während der Testphase folgende Punkte im Fokus:
 Alle Maßnahmen sind gemeinsam mit den Bürgern zu diskutieren und zu optimieren. Vor allem auf Berliner Seite ist die Bürgerbeteiligung noch „ausbaufähig“, um zukünftig Irritationen z.B. durch kurzfristig errichtete Haltestellen oder den Wegfall von Stellplätzen frühzeitig ausräumen zu können. Wichtig sind transparente Entscheidungsprozesse, die Anwohnerhinweise einbe-ziehen und vorgebrachte Alternativvorschläge ernsthaft erwägen.

 Die Schaffung eines Zwischenhaltes des Busses am Fürstendamm ist zu begrüßen, da er zur Erschließung eines Frohnauer Randgebietes führt. Eine nachhaltige Erschließungswirkung wird sich aber erst bei einem späteren ganztägigen und engeren Takt einstellen. Mittelfristig wäre zu diskutieren, ob der Kiezbus in ein verbessertes Erschließungssystem in Frohnau integriert werden könnte. Falls es während des Testbetriebes am Frohnauer Haltepunkt zu Belastungen durch verstärktes Abstellen von Fahrzeugen aus dem „Tarifbereich C“ kommt, sind zeitnah Regulierungen des Parkraums zu prüfen.

 Der Fürstendamm als ursprünglicher Hauptzugang zur Gartenstadt Frohnau ist im Grundsatz zur Aufnahme eines Erschließungsbusses geeignet. Allerdings sollten während der Erprobungsphase die Erfahrungen hinsichtlich der Eignung der Streckenführung, mögliche Gefahrenstellen und die Bedürfnisse der Anwohner genau evaluiert werden, um ggf. zeitnah Anpassungen (z.B. Parkverbote an unübersichtlichen Ecksituationen) umsetzen zu können.

 Wie ein Großteil der Frohnauer Straßen befindet sich auch der Fürstendamm in schlechtem baulichem Zustand. Deshalb ist der Einsatz von Bustypen mit geringer Tonnage sicherzustellen. Eine Instandsetzung des Fürstendamms ist zeitnah einzuplanen. Für den Fall von Instandsetzungsmaßnahmen ist frühzeitig eine sachgerechte Umleitung über dafür geeignete und ggf. zu ertüchtigende Straßen zu konzipieren.

 Der Fürstendamm kann bei entsprechendem Ausbau auch für die hochwertige Radverkehrsanbindung aus Richtung Glienicke dienen. Schon während des Bus-Testbetriebes sollte kurzfristig geprüft werden, ob die Entschärfung von Gefahrenstellen notwendig ist, um das Nebeneinander von Bus-, Kfz-, Rad- und Fußgängerverkehr möglichst konfliktarm zu gestalten.

Aktivitäten des Bürgervereins:

Der Bürgerverein wird eine Zustandsdokumentation vornehmen und ist an Rückmeldungen der Einwohnerinnen und Einwohner – insbesondere an den Erfahrungen der Anrainer des Fürstendamms – interessiert. Anregungen zur kurzfristigen Verbesserung, zur zukünftigen Weiterführung, Hinweise auf Problemlagen (z.B. Erschütterungen in den Gebäuden) sowie Dokumentationen zur Entwicklung des Straßenzustandes (mit Foto) können jederzeit an den Bürgerverein übermittelt werden.

Der Bürgerverein erarbeitet aktuell ein Gesamtverkehrskonzept, um konkrete Vorschläge in die öffentliche Diskussion einbringen zu können. Die Erschließung der Randgebiete, die notwendige Verbesserung der Wege für Radfahrer und Fußgänger sowie die Thematik der Abstellmöglichkeiten für Fahrräder stehen dabei zurzeit im Mittelpunkt.

Ein weiterer Workshop ist für 2019 geplant.

Die bisherigen vorbereitenden Arbeiten finden in kleinen Gruppen statt, die für weitere Engagierte und Interessierte aus Frohnau und der Umgebung offen sind.
Interessenten können sich jederzeit über die eMail-Adresse frohnauer-buergerverein@web.de oder über Tel. 0177-405 33 52 melden.
https://www.frohnauer-buergerverein.com/


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.