Andreas-Höhne-Preis

Zum fünften Mal wurde der, diesmal erstmalig nach seinem Initiator Andreas Höhne benannte, Reinickendorfer Integrationspreis im gut besuchten Hermann-Ehlers-Haus verliehen. Unter dem Motto der diesjährigen Auslobung „Integration und Wirtschaft“ bewarben sich zehn verschiedene Reinickendorfer Unternehmen, Vereine und Projekte, die erfolgreich Ideen für die Integration durch Wirtschaft entwickelt und umgesetzt haben.

Die Preisverleihung wurde von Julia Stadtfeld (kommissarische Integrationsbeauftragte), Uwe Brockhausen (Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Gesundheit, Integration und Soziales) und Karin Hiller-Ewers (Vorsitzende des Integrationsausschusses) eröffnet. Alle drei würdigten zum einen das herausragende Engagement und die Verdienste des verstorbenen Stadtrats Andreas Höhne um die Teilhabe und Integration von Menschen mit Flucht- bzw. Migrationsgeschichte, zum anderen betonten sie die wichtige Rolle der Akteure der Wirtschaft, die einen bedeutenden Beitrag für gelungene Integration von (neu) zugewanderten Menschen leisten.

Die Auswahl der Preisträger und Preisträgerinnen fiel der Expertenjury nicht leicht. Am Ende setzten sich drei Bewerbungen durch.

Den dritten Platz konnte die Wanderausstellung Heimat-Los der Burchardt Immobilien GmbH, die Portraits und Erzählungen von Geflüchteten um 1945 und heute zeigt, erreichen. Die Jury würdigte dabei insbesondere, dass die Ausstellung und die flankierenden Veranstaltungen herausstellen, dass das Schicksal von Flucht und Schutzsuche Menschen verschiedener Herkunft und Zeiten teilen.

Die zweite Preisträgerin ist die GESOBAU AG, die sich mit vielfältigen Projekten und Konzepten im Bereich Integration besonders engagiert. Die Jury hob hervor, dass die GESOBAU AG als große kommunale Wohnungsbaugesellschaft wichtige Akzente im Integrationsbereich setzt, die weit über das Unternehmen hinaus nach außen wirken. So fördert die GESOBAU AG u.a., dass Auszubildende Zeitspenden für Geflüchtete in einer Gemeinschaftsunterkunft leisten und neuzugewanderte Menschen als Mitarbeitende bzw. Auszubildende eingestellt werden. Darüber hinaus führt die GESOBAU AG seit 2016 die Veranstaltungsreihe „Herkommen. Ankommen. Willkommen. Unsere neuen Nachbarn“ durch, die sich mit unterschiedlichen Themen der Zuwanderung im Märkischen Viertel befasst.

Der erste Preis ging an den Zusammenschluss der Unternehmen Schmitt + Sohn Aufzüge GmbH, Berliner Seilfabrik GmbH & Co, Theodor Bergmann Sanitäranlagen GmbH & Co, C. Witzmann Malerei und die bito AG für Maler- und Bodenlegerbedarf. Die fünf Preisträger, die sich unter dem Titel „Wir 5“ beworben haben, unterstützen seit 2016 in Reinickendorf unterschiedliche integrative Projekte sowohl materiell und finanziell als auch organisatorisch und personell. So beteiligten sich die Unternehmen z.B. maßgeblich am Projekt „Himmel und Erde“.

Im ersten Teil dieses Projekts bauten Geflüchtete mit Unterstützung der Firmen einen Spielplatz im Märkischen Viertel, der seitdem von allen Kindern der Umgebung genutzt werden kann. Im zweiten Teil des Projekts sind vier Grundschulen in Reinickendorf renoviert worden, die zum Teil zuvor zur Unterbringung von geflüchteten und asylsuchenden Menschen genutzt worden waren. Die Unternehmen beteiligten sich zudem am Projekt „Work in Progress“, das Geflüchtete in Ausbildung und Arbeit vermittelt. In diesem Kontext boten sie geflüchteten Menschen Schnuppertage und Praktika in ihren Unternehmen an, die zum Teil sogar in Festanstellungen mündeten. In diesem Jahr begleiteten und unterstützten die Firmen das Projekt „BerlinErfahren“. In diesem Projekt fanden Fahrradreparatur-Workshops an Schulen und daran anschließend eine bezirkliche und eine überbezirkliche Radtour für ein tolerantes und weltoffenes Berlin statt. Die Jury begründete ihre Entscheidung, den Zusammenschluss „Wir 5“ mit dem ersten Preis auszuzeichnen, mit dem vielfältigen und herausragenden Engagement der fünf Unternehmen für die Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte in Reinickendorf.

Während der Veranstaltung traten eine Tanzgruppe des Mädchensportzentrums Centre Talma, die Breakdance-Crew „Knochenbrecher“ und Musiker des Vereins Mingru Jipen e.V., der sich für Integration von Sinti und Roma einsetzt, auf und rundeten mit ihren Beiträgen die interessante Veranstaltung ab.

Bezirksstadtrat Uwe Brockhausen hebt das herausragende Engagement der Preisträger hervor: „Wirtschaft kann einen wesentlichen Beitrag zu einer erfolgreichen Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte leisten. Der besondere Einsatz der Preisträger sollte deshalb ein Vorbild für weitere Unternehmen und Ansporn in unserem Bezirk sein, um integrative Projekte voranzutreiben.“ PMBA


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