> Das KiEZBLATT sprach mit dem Vorsitzenden Herrn Thomsen:

Herr Thomsen – warum gründete sich der Verein?
Der Begriff „Heimat“ ist heute wieder in aller Munde. In Bayern gibt ́s sogar einen Minister, der für „Heimatschutz“ verantwortlich ist. Und in den USA gibt ́s ein ganzes Heimatschutzministerium.

Dass „Heimat“, „Heimatgefühl“, Werte und Traditionen verstaubt, veraltet und reaktionär seien – dem ist also bei Weitem nicht so, welt- wie lebensfremd und töricht.
Wir wollen versuchen, die verloren gegangenen Werte des Lebens und Zusammenlebens sichtbar und uns wieder zu eigen zu machen. Gemeinschaftssinn fördern, die Augen für die Schönheiten und Schätze unserer Heimat öffnen, Wohlbefinden, Freude am Leben entwickeln und Hoffnung nähren. Durch vielfältige Aktivitäten wollen wir möglichst viele Bürger zum Mitmachen bewegen, etwas Nützliches für sich und die eigene Nachbarschaft, das Wohnumfeld, den Kiez und den Stadtbezirk – kurzum, etwas für unsere Heimat tun. Deshalb hat sich ein hoch motivierter Kreis von gleichgesinnten Reinickendorfern zusammengefunden, um entschlossen und konkret tätig zu werden. Unser Ziel ist es auch, den Menschen die Angst vor der neuen Zeit zu nehmen, deren Mitgestalter letztendlich wir selbst, unsere Kinder und Enkel sind.

Nimmt jetzt nicht die Wandlung zur Globalisierung dem Menschen sein Heimatgefühl?
Nein, ganz im Gegenteil.Globalisierung ist ein gegebener, unausweichlicher Prozess, dem wir alle ausgesetzt sind und dem wir uns stellen müssen. Globalisierung und Heimat schließen einander nicht aus. Im Gegenteil: sie bedingen einander. Wir brauchen den Ausgleich zwischen Verlust sowie Bereicherung von kultureller, nationaler & internationaler Identität durch die Globalisierung. Globalisierung schiebt viele bisher selbstverständlich gewordene Werte unserer Heimat wieder in ihre richtige Bedeutung – auf ihre von jeher zugewiesenen Plätze. Nur auf einem starken Fundament stehend kann man in der Globalisierung erfolgreich sein und seine Wünsche und Vorstellungen durch- und umsetzen.

Der Versuch z.B. den sozialistischen Einheitstyp des Menschen in Form der „allseitig gebildeten sozialistischen Persönlichkeit“ oder wie in der ehemaligen Sowjetunion den „Kommunistischen Menschen“ zu schaffen, ist kläglich und krachend gescheitert. Es wird keine anonymisierte einheitliche Weltkultur geben. Auch keinen Weltbürger ohne Zugehörigkeit zu einer, zu seiner nationalen Kultur. Und wir Deutsche haben -wie andere Völker- eine reiche und erhaltenswerte Kultur weit über die deutsche Sprache hinaus.
Wir Menschen brauchen nun mal die Eingebundenheit in eine lebendige, funktionierende, in ihrer Vielfalt wunderbare und gleichzeitig sehr spezifische komplexe bunte Blumenwiese. Diese funktioniert nur, weil das Kleine, Einzelne, Einzigartige – unsere Heimat – lebt und damit das Große ebenso wunderbar und funktional macht. Die Gänseblume neben dem Löwenzahn, der Grashalm neben dem Wiesenschaumkraut und dem Spitzwegerich. Und drunter und drüber alle Käfer, Spinnen, Schmetterlinge, Würmchen, Maulwürfe. Und die Vögel, Igel und Eichhörnchen und, und, und! Das Einzelne in der Vielfalt und Gesamtheit.

Wann haben sie sich gegründet?

Am 17.11.2017. Unser Vorstand besteht aus 5 Mitgliedern: Bernd Thomsen, Vorsitzender – Volker Rhinow, stellvertretender Vorsitzender – dazu ein Schriftführer , ein Beisitzer und eine Schatzmeisterin. Wir sind z. Zt. etwas über 20 Personen und kommen aus den unterschiedlichsten Berufen und Altersgruppen.
Wir wollen Heimatpflege im weitesten Sinne, aber auch ganz konkret betreiben. Durch Aktionen, Veranstaltungen, Events. Im Alltag bei der Verschönerung unseres Stadtbezirks. Beitragen zu Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit. Wir wollen unsere Heimat kennenlernen, z. B. durch Führungen, Vorträge und Wanderungen, Natur-und Umwelt pflegen wie auch unser kulturelles Erbe. Besondere Aufmerksamkeit gilt gesellschaftlichen Höhepunkten wie traditionellen Festen und Feiern. Und auch Frohsinn und Geselligkeit gehören selbstverständlich dazu. All dies gern und gemeinsam mit anderen Vereinen, Verbänden, Einrichtungen, Organisationen, Interessengruppen, Kiezintiativen, aber auch Ämtern und Behörden sowie städtischen Betrieben. Jedes Alter und viele Interessen werden angesprochen. Kurzum: Jeder, dem seine Heimat Reinickendorf am Herzen liegt und der gern etwas für das eigene und das Wohlbefinden anderer sowie für das harmonische Miteinander in unserem schönen Stadtbezirk beitragen kann und möchte, ist angesprochen und aufgefordert mitzumachen.

Wo stehen Sie politisch?
Wir verstehen uns lt. Satzung als überparteiliche und konfessionell nicht gebundene Bürgerinitiative, die staatliches wie gesellschaftliches Bemühen um das Bürgerwohl unterstützen möchte. Insofern sind wir keine „außerparlamentarische Opposition“, begleiten jedoch das Wirken unserer gewählten Bürgervertretungen, Amtsträger, öffentlichen Einrichtungen, Ämter und Behörden wohlwollend wie kritisch.

Was steht im Frühjahr auf Ihrer Agenda?
Der Heimatverein Reinickendorf e.V. legt im Moment seinen Schwerpunkt auf Sauberkeit und Ordnung. Unser Anliegen: Mitzuhelfen, unseren Stadtbezirk sauberer und damit für alle attraktiver und wohnlicher zu machen. In dem Maße wie der Bekanntheitsgrad unseres jungen Vereins wächst, werden immer mehr diesbezügliche Probleme besorgter und aufmerksamer Bürger, denen der Zustand ihres Wohnumfeldes nicht gleichgültig ist, direkt an uns herangetragen. Wir versuchen natürlich, in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern und städtischen Betrieben zu helfen. Im Januar haben wir z. B. von der Wirtin des „Cafes am See“ (Schäfersee) eine solche Bürgermeldung erhalten und in Zusammenarbeit mit der BSR und dem Ordnungsamt innerhalb von 3 Tagen das „Problemkind“ Lettealle wieder in einen einigermaßen akzeptablen Zustand versetzt. Ein für alle sichtbarer und mutmachender Erfolg. Wir werden dranbleiben, denn hier ist Nachhaltigkeit gefragt. Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass bei Weitem nicht alle Bürger, vor allem die älteren, über PC oder Smartphones und entsprechendes Wissen und Können verfügen, um mit der digitalen Kommunikationstechnik umzugehen. Deshalb wenden sie sich an Vertrauenspersonen in ihrer unmittelbaren Umgebung auf Suche nach Hilfe. Dem muss Rechnung getragen werden.

Geplant sind demnächst thematische Führungen und Ausflüge in die „Invalidensiedlung“ sowie zu den Fluchttunneln im Frohnauer „Entenschnabel“. Angedacht sind Reinickendorfer naturkundliche Wanderungen zum Kennenlernen von in unserem Stadtbezirk beheimateten Bäumen, Vögeln , anderen tierischen Mitbewohnern und Pflanzen. Auch ein Ausflug zur „Dicken Marie“ ,unserem ältesten Baum im Forst Tegel, sowie zur berühmten „Humboldt-Eiche“ im Schloßpark. Ein erstes „Unternehmerfrühstück“ ist für Mai 2018 geplant und soll zur Tradition werden. Letzendlich gilt es, in den nächsten Tagen unsere Web-Seite zum Laufen zu bringen.

Besonders freuen wir uns auf einen Vorstellungsbesuch unseres Vorstandes beim Vorsteher der Bezirksverodnetenversammlung Reinickendorf, Herrn Dr. Hinrich Lühmann, und dem Bezirksbürgermeister, Herrn Frank Balzer, in den kommenden zwei Wochen.

Wie finanzieren Sie sich?
Unser Verein finanziert sich zu 100% aus Eigenmitteln, d. h. aus Beiträgen (5,- € monatlich) und Spenden. Wir wollen auch künftig finanziell und damit inhaltlich unabhängig bleiben und verzichten deshalb – obwohl wir es natürlich brauchen könnten – auf satzungsfremde Zuwendungen von außen, die uns ins Fahrwasser von bestimmten Interessen bringen könnten.

INFOS:
Wie kann ich mich noch über den Verein , seine Aktivitäten und Veranstaltungen informieren?
Das Kiezblatt Reinickendorf wird regelmäßig über unseren Verein und über Aktionen berichten. Unsere Facebook- wie die Web-Seite werden stets aktualisiert und bieten Neuestes.
Zudem gibt es einen schön gestalteten informativen kleinen Flyer, der über die Geschäftstelle des Vereins aber auch als Dateianhang per Mail erhält-lich ist.
Wenn Reinickendorfer sich sichtbar zu ihrem Heimatbezirk bekennen möchten, dann sei unser hübsches, dezentes Vereinsabzeichen empfohlen.
Es zeigt unser Logo und ist für 3,- € über unsere Geschäftsstelle erhältlich.
Wochentags von 10.00 bis 15.00 Uhr ist unsere Vereins-Hotline unter Tel.: 030 214 58 27 20 erreichbar.
Fragen, Hinweise, Vorschläge, Termine und Bilder oder Videos können auch über Mail an info@Heimatverein-Reinickendorf.de gesandt werden.

Hinzuzufügen sei, dass das liebevoll gestaltete Logo des Vereins eigens für die Reinickendorfer Heimatfreunde entwickelt wurde. Es zeigt oben die
Silhouette des Reinickendorfer Rathauses in Schwarz, mittig und aus dem Stadtbezirkswappen entnommen den Reinickendorfer roten Fuchs auf gelbem Grund und unten ein grünes Feld als Symbol für das viele und üppige Grün in unserer schönen, lebens- und liebenswerten Heimat Reinickendorf.

TERMiN:
Unser erster Stammtisch ist am 01.02.2018 im Restaurant „Dorfaue“, ab 19.00 Uhr, in 13437 Alt-Wittenau Nr.56, schräg gegenüber der wunder-schönen Wittenauer Dorfkirche. Näheres dazu ist unserer Fácebook-Seite zu entnehmen.

„Bitte noch einen Satz!“
Die Heimatfreunde Reinickendorf sind ihrer Heimat verbunden. Damit auch den Werten und Traditionen unseres Stadtbezirks. Ja, wir sind konservativ, Patrioten, d.h wir entdecken, erhalten und pflegen positives und gutes Erbe und fügen durch unser Tun neues und hoffentlich bleibendes Gutes hinzu. Das wird vielleicht wiederum Erbe für die nächsten Generationen und fortleben.

Herr Thomsen – vielen Dank für das informative Gespräch & viel Erfolg!
Chefredaktion: Frau Marina Otto


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