„Fahrradroute duch das Waldseeviertel“

Sehr geehte Damen und Herren –
ich nehme Bezug auf den Artikel „Hermsdorfer Aufruf“ im Kiezblatt. Im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung sind Sie sicher an unserer Pressmitteilung interessiert. Viele Grüße Michael OrtmannPM – „Wir nehmen erfreut zur Kenntnis, dass die Gegeninitiative öffentlich die Notwendigkeit anerkennt, dass die Belastung der Anwohner durch den motorisierten Verkehr entlang der Nebenstraßen in Glienicke und Hermsdorf geringer werden muss. Mit der von der Gegenseite konkret vorgeschlagenen Förderung des Radverkehrs durch einen Fahrradschnellweg haben wir nun eine gemeinsame Basis gefunden. Darauf lässt sich doch aufbauen“, so Prof. Dr. Michael Ortmann von der Bürgerinitiative für mehr Verkehrsberuhigung in Glienicke und Hermsdorf.

Flüsterasphalt enfaltet seine Wirkung erst ab Tempo 50 km/h, indem die Rollgeräusche der Fahrzeuge teilweise absorbiert werden. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten dominieren die Motorengeräusche. Insofern lässt sich der Lärm im Waldseeviertel nur durch eine Verringerung des Verkehrsaufommen reduzieren.

Den Rückbau von Engstellen und die damit verbundene Verbesserung des Verkehrsflusses für den Durchgangsverkehr lehnen wir ab. Es ist allgemein bekannt, dass bessere Wege mehr Verkehr anziehen. Diese Feststellung gilt für den motorisierten Individualverkehr und den Radverkehr gleichermaßen.

Die Kapazität einer freien Strecke wird durch ihre schmalste Stelle bestimmt. Die Lessingstraße, die Karlstraße und die Alte Schildower Straße in Glienicke sind jeweils nur sechs Meter breit, ebenso die Elsestraße und die Schildower Straße nahe dem Ortsausgang in Hermsdorf. Hier ist ein Nebeneinander von Radverkehr und Autoverkehr überaus gefährlich. Wir plädieren deshalb für eine Trennung der Verkehrsarten.

Die Gegner einer Verkehrsberuhigung verkennen, dass es in den vergangenen fünf Jahren bereits zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen und Diskussionen zum Durchgangsverkehr gegeben hat, auch zwischen den Landesverwaltungen aus Berlin und Brandenburg. Im Januar und Februar 2020 gab es im Rahmen des Verkehrsaussschusses zwei große öffentliche Veranstaltungen, an denen auch die Gegner einer Verkehrsberuhigung teilgenommen hatten. Am Ende eines langen, intensiven Prozesses brachten die Experten im Verkehrsausschuss unter Abwägung aller Interessen und Optionen im Konsens aller sechs Fraktionen einstimmig den Beschluss auf den Weg, dass im Waldseeviertel umgehend Modalfilter erprobt werden mögen, die den motorisierten Durchgangsverkehr wirksam verhindern. Es wäre demokratisch verfehlt, über die gleiche Sache erneut abzustimmen.

Die für Anfang 2021 angekündigte Erprobung von Modalfilter wird den motorisierten Verkehr aus dem Waldseeviertel temporär herausfiltern. „Wir gehen davon aus, dass das Angebot einer schönen und sicheren Radroute eine große Nachfrage aus Glienicke und Schildow schaffen wird. Viele, aber nicht alle, werden aufs Fahrrad umsteigen. Und das ist auch aus Klimagründen begrüßenswert“, so Susanne Tiefenthal aus Glienicke.

Wir sind gerne bereit, in einer Bürgerversammlung die Ergebnisse des Verkehrsversuchs im Waldseeviertel ergebnisoffen mit allen Beteiligten zu diskutieren. Zu diesem Zweck dürfen die Gegner einer Verkehrsberuhigung gerne funktionierende Alternativen voschlagen, so sie denn nötig sind. Die Grundlage für eine Lösung ist nun geschaffen und dafür sind wir dankbar. Die ernsthafte Erprobung von Modalfiltern im Waldseeviertel im Jahr 2021 ist freilich unumgänglich.

Ansprechpartner für die Bürgerinitiative für mehr Verkehrsberuhigung
Prof. Dr. Karl Michael Ortmann, Schildower Str. 66, 13467 Berlin
PMM


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