Nicht noch mehr -…

… „Autoverkehr auf die Hauptstraßen!“
An vielen Hauptstraßen werden die Grenzwerte für Feinstaub überschritten. Nach einer Langzeit-
Untersuchung des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums liegt die Sterblichkeit bei
Anwohnern von Hauptverkehrsstraßen deutlich höher als bei Anwohnern von Nebenstraßen.

„Das sind alarmierende Fakten, die uns unter Handlungszwang setzen“, so der zuständige Umweltminister.
„Der Gesundheitsschutz muss oberste Priorität behalten.“ Die Untersuchung belegt, dass bei Frauen,
die näher als 50 m an einer Hauptverkehrsstraße leben, die allgemeine Sterblichkeit sich um mehr als
40 % erhöht. Das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu sterben, steigt sogar um 80 Prozent. Die
Studie zeigt auch die soziale Dimension der Feinstaubbelastung. An viel befahrenen Straßen wohnen
zumeist sozial schlechter gestellte Familien, da dort die Mieten niedriger sind. Wer Geld hat, kann
gesünder leben.

Nur schwer verständlich sind in diesem Zusammenhang die Parolen, die sich einige Anhänger von
Herrn Ortmann an den Gartenzaun gehängt haben: „Autoverkehr auf die Hauptstraßen!“ Die
gemeinte Hauptstraße, hier die B 96, ist jetzt schon werktäglich mit langen Staus regelmäßig
verstopft. Da wohnen auch Menschen mit den gleichen Rechten auf saubere Luft und Gesundheit
wie im „Waldseeviertel“. Wie teilweise zynisch und menschenverachtend die Anwohner der
Hauptstraßen gesehen werden, zeigt die Aussage eines führenden Vertreters der „Bürgerinitiative für
mehr Verkehrsberuhigung“ : „Es gibt Gebiete, da wohnen Menschen (er meint damit das
Waldseeviertel) und es gibt Hauptstraßen.“

Dazu erreicht uns das Schreiben einer Anwohnerin: „ … als Anwohnerin an der Berliner Straße (B 96)
verfolge ich dieses asoziale Ansinnen der Waldseeanwohner (Straßensperrungen). Egoistisch und
nochmal egoistisch empfinde ich deren Wunschdenken. Auch an der Berliner Straße wohnen
Menschen, große, kleine, alte. Wir erleben diesen rasanten, turbulenten Verkehr hautnah. Teilen für
alle! Das wäre schön. Herzlichen Gruß Sybille R.“

Die Beschwerden von Herr Ortmann und seiner Anhänger über zu viel Verkehr sind objektiv
unbegründet. Das „Jammern“ geschieht auf „hohem Niveau“: Vermutlich würde eine große
Mehrheit der Berliner gern ihre eigene Wohnsituation mit der von Herrn Ortmann tauschen.

Kontakt:
Initiative Offene Nachbarschaft – Dr. Helmut Bodensiek, Solquellstr. 27, 13467 Berlin
Tel.: 030 404 48 15
drbodensiek@aol.com
www.offene-nachbarschaft.de


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