In Tegel stinkts …

Starke Geruchsbelästigung durch Ginkgo-Bäume in der Berliner Straße in Tegel soll ein Ende haben.

In der Berliner Straße in Tegel säumen 56 Ginkgo-Bäume das Straßenbild. Die Bäume können bis zu 40 Meter hoch werden, sind in Sachen Klimawandel widerstandsfähig und vor allem zur Blütezeit schön anzusehen. Das war wohl auch die Intention des Aktionskünstlers und Umweltschützers Ben Wagin, als die Bäume vor über 30 Jahren auf seine Initiative hin gepflanzt wurden. Wagin ließ von Moskau bis Vilshofen rund 50.000 Ginkgobäume pflanzen, einige davon in Tegel. Damals konnte jedoch nicht festgestellt werden, ob es sich bei den Bäumen um weibliche oder männliche Exemplare handelt.

Das Problem: die weiblichen Ginkgo-Bäume produzieren gelbe mirabellenartige Früchte, die einen starken Geruch von Buttersäure abgeben. Der Geruch ist vergleichbar mit Erbrochenem. „Besonders im Herbst, wenn die Früchte zu Boden fallen und zertreten werden, ist die Geruchsbelästigung teilweise nur schwer zu ertragen. Durch Fußgänger werden die Früchte in die Hausflure, Wohnungen und Geschäfte getragen. Besonders davon betroffen ist die Außengastronomie“, erklärt der Reinickendorfer Bezirksverordnete Felix Schönebeck. Es bestehe außerdem eine erhöhte Rutschgefahr durch herumliegende Früchte.

Das Problem sollte eigentlich durch eine Vereinbarung mit der Berliner Stadtreinigung gelöst werden. Die BSR sollte täglich die heruntergefallenen Früchte vom Gehweg entfernen und mit ihnen die Ursache für die Geruchsbelästigung. „Das gewünschte Ergebnis ist jedoch ausgeblieben. Die Geruchsbelästigung durch die Früchte ist nach wie vor extrem“, so Schönebeck weiter.

Deshalb forderte er in einem Antrag in der Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung (BVV) das Bezirksamt zum Handeln auf. Danach soll das Bezirksamt Reinickendorf „geeignete und wirksame Maßnahmen ergreifen, um die starke saisonale Geruchsbelästigung in der Berliner Straße in Tegel durch herabfallende Früchte dauerhaft abzustellen“, heißt es im Antragstext.

„Wir haben bewusst eine weite Formulierung gewählt, damit das Bezirksamt mit seinen Fachleuten hier einen Handlungsspielraum hat. Wir könnten uns vorstellen, das Herunterfallen der Früchte durch Auffangnetze zu verhindern oder die Früchte bereits im frühen Wachstum vom Baum zu entfernen. Das wären wirksame Maßnahmen, die zugleich keine schweren Eingriffe in die Natur darstellen würden.“

Schönebecks Idee fand bei den Bezirksverordneten und Bürderdeputierten im Ausschuss für Grünflächen, Natur und Umwelt große Zustimmung. Der Antrag wurde mit deutlicher Mehrheit ohne Änderungen beschlossen.
PMM


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