Ampel versenkt CDU-Antrag

Doch kein Außenbecken für das Reinickendorfer Paracelsusbad

Mit der Stimmenmehrheit der Reinickendorfer Ampelparteien ist die bezirkliche CDU-Initiative zur Schaffung eines Außenschwimmbeckens für das Paracelsusbad abgelehnt worden. Damit wird die Umsetzung der Idee nicht weiter verfolgt.

„Die Ablehnung unseres Vorschlags ist unverständlich“, sagt der Vorsitzende des Reinickendorfer Sportausschusses und CDU-Bezirksverordneter, Detlef Trappe. Er führt weiterhin aus: „Insbesondere, weil die SPD-Fraktion selbst Ende letzten Jahres noch die Schaffung des Beckens forderte. Erst vor wenigen Wochen bekräftigte der Kreischef der SPD bei einem Vor-Ort-Termin mit der Reinickendorfer SPD-Sportstaatssekretärin die Notwendigkeit eines Außenbeckens für das Paracelsusbad. Insofern gingen wir von einer breiten parlamentarischen Mehrheit für unseren Vorschlag aus.“

Der sportpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Reinickendorf, Martin Stelzer, ergänzt: „Obwohl die Berliner Bäder Betriebe die Schaffung des Beckens als sinnvoll und technisch umsetzbar bezeichneten , der Bezirkssportbund noch einmal bekräftigte wie dringend Wasserflächen für die Schwimmausbildung benötigt werden, lehnte die SPD-geführte Ampel den Antrag ab. Dies geschieht nur aus dem Grund, dass der Vorschlag von der CDU kommt. Wie die gewählten Wahlkreisabgeordneten der SPD gleichzeitig für das Außenbecken werben können, ist nicht nachvollziehbar.“

Auf Einladung des Reinickendorfer Sportausschusses berichtete ein Vertreter des Bezirkssportbunds unmittelbar vor der Abstimmung am 30.08.2022 noch einmal zur Kapazitätssituation der Reinickendorfer Wasserflächen. Demnach mangelt es im Bezirk bereits jetzt an Möglichkeiten, schwimmen zu lernen. Dies gelte einerseits für den Schwimmsport der Schulen, andererseits aber auch für Trainingsflächen ausgebildeter Rettungsschwimmer. Die eindringliche Warnung des Bezirkssportbunds , dass aktuell 46% aller Schüler nach Abschluss der 3. Klasse nicht schwimmfähig sind und 40% aller Reinickendorfer Schüler ohne Schwimmabzeichen in die Oberschule wechseln, wurde mit der Ablehnung der Drucksache durch die Ampelkoalition quasi negiert.

Der Bezirkssportbund war jedoch nicht der einzige Akteur, der in jüngster Vergangenheit auf den Bedarf zusätzlicher Wasserflächen und den sich daraus ergebenden fehlenden Ausbildungszeiten hingewiesen hat. Erst in der vorletzten Sitzung des Reinickendorfer Sportausschusses sprach sich die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) und der Präsident des Schwimmvereins Berliner Wasserratten e.V. für das Freiluftbecken im Süden von Reinickendorf aus.

Die CDU-Fraktion hat nun angekündigt, sich schriftlich an die Wahlkreisabgeordneten der SPD zu wenden, die – entgegen der sozialdemokratischen Bezirksfraktion – die Idee eines Außenschwimmbeckens öffentlich unterstützen und sich auf der Landesebene dafür einsetzen wollen, die notwendigen Gelder in Höhe von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.
PMM


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