Zukunftskommission Landwirtschaft

Berlin, 12. Oktober 2021. Eine Allianz von Agrar- und Umweltverbänden hat die neue Bundesregierung aufgefordert, die Kompromisse der Zukunftskommission Landwirtschaft umzusetzen. Dazu erklärt der internationale Strategiedirektor Matthias Wolfschmidt von foodwatch:

„Die Landwirtschaft in ihrer bisherigen Form ist nicht zukunftsfähig. Daran ändern die hübsch klingenden, gleichwohl aber leeren Kompromisse der Zukunftskommission gar nichts. Die Kompromisse der Zukunftskommission zementieren ein skandalöses System. Die Vorschläge der Kommission sind insbesondere beim Klimaschutz und Tierschutz völlig unzureichend.

Zugleich werden noch mehr Steuergelder zur Finanzierung verlangt. Dabei haben die bestehenden EU-Agrarsubventionen die Umweltzerstörung und Tierquälerei in der europäischen und deutschen Landwirtschaft finanziert – und tun dies auch weiterhin. Die neue Bundesregierung sollte wissen, dass sich mit den wolkig-frommen Zielen der Zukunftskommission und dem Ruf nach noch mehr Steuergeldern nichts ändert.

Seit der Jahrtausendwende wurden weit über eine Billion Euro an Steuergeldern in Europas Landwirtschaft gepumpt. Und erst jüngst hat der Deutsche Bauernverband eine ‚Gemeinsame EU-Agrarpolitik‘ durchgepeitscht, die mit ein wenig Kosmetik doch nur ein ‚Weiter so‘ bedeutet. Also weiter so mit der massiven Zerstörung von Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und Grundwasserspeichern, weiter so mit viel zu hohem Ausstoß von Treibhausgasen und millionenfachem Leid viel zu vieler Tiere. Und weiter so mit dem Mantra der Überschussexporte auf dem Weltmarkt.

Wissenschaftlich ist die zerstörerische Kraft dieses Agrarsystems in jeder Hinsicht belegt.

Die neue Bundesregierung ist gut beraten, eine schonungslose Schadensbilanz des gesamten Systems vorzunehmen und schnell umzusteuern: Weniger, dafür aber gesund lebende Tiere, konsequente Agrar-Treibhausgasreduktionen, Verzicht auf Mineraldünger, ein Befreiungsschlag aus der Pestizidfalle, gerechte Löhne für alle in Landwirtschaft und Verarbeitung Beschäftigte. Und wahre Preise, die die Herstellungskosten zukunftsfähiger und gesunder Lebensmittel realistisch abbilden.“

foodwatch e.V.
www.foodwatch.de


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