Schulden, Schulden….. und kein Ende

Wege aus der Krise – auch ohne Insolvenz (1/3)

Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung treten gewöhnlich nicht über Nacht ein sondern kündigen sich über Wochen, Monate oder gar Jahre hinweg an, zunächst kaum merkbar, am Ende dann aber derart wuchtig und umfassend, dass es meist für den Betroffenen selbst später nur noch schwer nachvollziehbar ist, wie es geschehen konnte, dass der nahende Ruin derart lange unbemerkt geblieben ist.

So jedenfalls der klassische Geschehensablauf im Privatinsolvenzbereich.

Hat sich schließlich die Einsicht in die Erkenntnis durchgesetzt, den mittlerweile nahezu unbezwingbar angewachsenen Schuldenberg alleine niemals abzahlen zu können, folgt häufig eine Phase der Lähmung und Apathie, vergleichbar mit den Empfindungen nach Verlust eines geliebten Menschen. Diese Art von „Trauerarbeit“ ist notwendig, um das Unfassbare begreifen zu lernen, darf jedoch nur von kurzer Dauer sein, weil andernfalls der Zusammenbruch des gesamten sozialen Umfeldes einzutreten droht, im schlimmsten Falle der Zusammenbruch des insolvenzbelasteten Menschen selbst.

Insolvenz ist keine Krankheit, macht aber krank.

Die Tatsache der eingetretenen Überschuldung bewirkt bei redlichen Schuldnern häufig schwere Krankheitsbilder im neurologischen und psychologischen Bereich, jedenfalls dann, wenn der Überschuldete diesen Zustand über einen längeren Zeitraum hilflos erduldet hat, wie ein Unbeteiligter von außen seine Situation wahrnimmt und keinerlei Anstalten trifft, gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Deswegen muss so schnell wie die seelischen und körperlichen Heilkräfte dies zulassen gehandelt werden.

Leichter gesagt als getan! Denn typischer Weise verbleibt bei der überschuldeten Person trotz der Einsicht, schleunigst handeln zu müssen, eine der Situation geschuldete Kraftlosigkeit. Selbstvorwürfe, nicht rechtzeitig reagiert zu haben, um das Chaos zu verhindern, Schuldzuweisungen an Freunde, Bekannte oder gar die Gläubiger selbst, keine Ahnung, wie es weitergeht, aufkommende Einsamkeit und soziale Verödung bis hin zu komplettem Realitätsverlust, rauben einem nicht nur den Schlaf sondern vor allem derart viel Energie, dass nur die Wenigsten in der Lage sein werden, derart umfassend aktiv zu werden, wie es die Situation gebietet.

Doch wer sollte mir, dem überschuldeten „Insolvenzler“, wie, womit und vor allem wobei helfen können und wollen?

Gibt es für meine Situation überhaupt einen Ausweg, und falls ja, kann ich mir den Weg aus der Krise hin zu meinem alten, schuldenfreien Leben dann auch leisten, wo ich doch ohnehin bereits Pleite bin?

Habe ich überhaupt eine Chance, ohne nennenswerten finanziellen Eigenanteil meinen täglich wachsenden Schuldenberg in den Griff zu bekommen?

Und wenn ja, wie lange dauert das denn? Welchen Zwängen muss ich mich unterwerfen?

Kann ich es vor meinem eigenen Gewissen verantworten und bringe ich den Mut auf, mich zu meiner Zahlungsunfähigkeit zu bekennen, wobei mir bewusst ist, dass mein gesamtes soziales Umfeld von meiner wirtschaftlichen Pleite-Situation erfährt?

Wie werden Arbeitgeber, Vermieter, Banken und ähnlich wichtige Partner meiner gesellschaftlichen Existenz darauf reagieren?

Der Entschluss, selbst oder mit Hilfe Dritter etwas zum Zecke individueller Schuldenbeseitigung unternehmen zu wollen, ist zweifellos die elementare Entscheidung zu Beginn aller Arten von Entschuldungsbemühungen. Der eigene Wunsch und Willen, unbedingt und so schnell wie möglich schuldenfrei werden zu wollen und dieses Ziel konsequent, unbeirrt und diszipliniert zu verfolgen, ist für den angestrebten Erfolg absolut unverzichtbar.

Allerdings ist die „eiserne Entschließung“ auch erst „die halbe Miete“. Denn der nächste Schritt, also die Umsetzung des Gewollten in die Tat, ist dann noch mal etwas ganz anderes ….. weiter im KiEZBLATT September 18 (2/3)
——>siehe auch auf www.Egerland.eu


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.