Kükentöten

Martin Rücker, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch, erklärt zum Thema Kükentöten / Julia Klöckner:

„Nachdem die Große Koalition das Ende des Kükentötens im Koalitionsvertrag bereits für das Jahr 2019 fest versprochen hatte, vertagt sie dies nun auf die nächste Legislaturperiode. Entscheidend aber ist: Julia Klöckner bekämpft Symptome und zementiert die systemischen Probleme beim Tierschutz.

Wenn mit dem Kükentöten eine grausame Praxis eines Tages wirklich beendet sein sollte, bleibt doch das ganze andere Elend der Hühner beim Alten.

Die eindimensionale Höchstleistungszucht wird weiterhin Legehennen auf maximale Legeleistung trimmen, so dass sie massenhaft unter Knochenbrüchen leiden, weil ihnen aufgrund der Fließband-Eierproduktion das Kalzium für den eigenen Skelettbau fehlt. Sie wird weiterhin Masthühner mit einem möglichst schnellen Fleischansatz hervorbringen, deren Körperbau der Geschwindigkeit ihrer Gewichtszunahme überhaupt nicht standhalten kann.

Wem der Tierschutz am Herzen liegt, muss an der Wurzel ansetzen und die Vermeidung von Schmerzen, Schäden und Leiden aller Nutztiere ins Zentrum seiner Politik rücken, anstatt lediglich die unappetitlichsten Symptome wie das Kükentöten zu beklagen.

Tierschutzgerechte Lebensbedingungen schafft man nicht, indem allein die symbolträchtigsten Praktiken beseitigt werden.“

PM foodwatch e.V.


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