Kolumne Dezember 14

Marina aa 320   Haarstudio Baake 405468  Liebe Leserin, lieber Leser –
Adventszeit, stille Zeit, Zeit der Besinnung und einmal in sich zu kehren.

Sicher, jeder von uns muss seinen Alltagspflichten nachgehen, aber das sollte uns nicht davon abhalten, auch einmal einen schönen Abend bei Kerzenschein und Ruhe miteinander zu verbringen.
Sich auf das bevorstehende Weihnachtsfest zu freuen, beim gemütlichem Beisammensein mit unserer Familie.
Mit einem Weihnachtsbaum, der mit seinem festlichen Glanz das Strahlen in unsere Augen und Herzen überspringen läßt. Weihnachtlieder werden gesungen und es herrscht eine so wohlige Atmosphäre, dass man sie am liebesten gar nicht mehr loslassen möchte.

Doch nicht allen Menschen geht es so gut. Vielleicht sind sie allein und haben niemanden mehr, mit dem sie den Heiligen Abend teilen können.
Vielleicht können wir den einen oder anderen zu uns einladen, um mit ihm so ein wenig unsere Freude zu teilen.
Ich erinnerte mich in diesen Tagen an ein Praktikum, das ich in meiner Schulzeit absolviert habe.
Ich hatte mich entschieden in ein Kinderheim zu gehen. Dort hatte ich mich schnell eingelebt und einen sehr guten Kontakt zu den kleinen Kindern aufgebaut. In dem Heim lebten Kinder, die Waisen waren, von ihren Eltern nicht gewollt oder einfach nur mit ihren Kindern überfordert waren. Auch Kinde

r von Alleinerziehenden, die einfach zu wenig Zeit für sie hatten. An Freitagen durften einige der Kinder über das Wochenende nach Hause. Obwohl das ganze Personal in diesem Haus sehr nett war, freuten sich die Kinder immer auf dieses besondere Erlebnis.
Ein kleiner Junge hing besonders sehr an mir. An einem Freitag erzählte er mir ganz stolz: “Du, mein Papa holt mich heute ab und ich komme erst Sonntagabend wieder“. Ich freute mich riesig für ihn.
Am Montag früh kam ich wieder und dieser kleine süße Junge kam weinend zu mir angerannt. Nach meiner Frage, was denn passiert war, antwortete er unter Tränen „Mein Papa ist nicht gekommen und hat mich nicht abgeholt.“ Ich war mit meinen noch jungen Jahren so entsetzt, dass ich mich abwen

den musste, damit der Kleine nicht meine Tränen sah.
Der Papa kam auch an den anderen Wochenenden nicht.
Dieses Erlebnis habe ich nie vergessen, am liebesten hätte ich ihn mit nach Hause genommen. Denn damals stand auch das Weihnachtsfest vor der Tür.
Als ich unter dem Weihnachtsbaum meine Geschenke sah, dachte ich an den kleinen Junden, der es nicht so gut hatte wie ich. Schätzen wir um so mehr das, was wir haben.

Ein fröhliches, friedvolles, besinnliches und gesegnetes Weihnachtsfest wünscht Ihnen
Ihre
   Marina Otto

> Dies festos bene agatis et prosit vobis <
Die Festtage möget Ihr gut verbringen und es möge Euch allen das neue Jahr gut bekommen!

 


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