KiEZBLATTFrageBVV 086 – „U-Bahn“

Was immer wieder die schweren Unfälle bei der Einfahrt der Bahn in den Bahnhof betrifft > können Sie der BVG nicht empfehlen, so wie bei den Autofahrern auch, wo besondere Stellen mit einem Stoppschild versehen sind, dass auch die Bahn vor der Einfahrt in den Bahnhof erst einmal anzuhalten hat, um dann im Schritttempo weiterzufahren?

ANTWORT > CDU-Fraktion
In anderen Großstädten, wie zum Beispiel Singapur oder Kopenhagen, sind die U-Bahn-Züge durch Glaswände vom Bahnsteig getrennt. Die Züge halten an fest definierten Punkten hinter sogenannten Bahnsteigtüren. Ins Gleisbett zu fallen, ist bei solchen Systemen unmöglich.

Nach der Einschätzung des verkehrspolitischen Sprechers der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus Oliver Friederici sind allerdings 20 bis 30 Jahre Vorlauf nötig, um die Berliner U-Bahn für Bahnsteigtüren fit zu machen. So lange würde es dauern, den gesamten Zugbestand auszutauschen und durch einheitliche Züge zu ersetzen.

Eine weitere Möglichkeit sieht der CDU-Verkehrspolitiker Friederici in speziellen Bahnsteigkameras, wie sie etwa in London verwendet werden. Mit einer speziellen Software sind diese in der Lage, verdächtige Laufwege zu registrieren – etwa, wenn sich jemand zu nah der Bahnsteigkante nähere.
Die BVG rät zur Nutzung der jeweils zwei „Informationssäulen“ an den Bahnhöfen. Dort können Fahrgäste jederzeit einen Ansprechpartner erreichen, der im Notfall alle Signale auf Rot stellt und den Fahrstrom abschalten kann. Eine Verlangsamung der U-Bahn durch die Einfahrt im Schritttempo wäre sicher nicht im Sinne vieler BVG-Kunden.

ANTWORT > AfD-Fraktion
Da potenziell jeder Bahnhof eine Gefahrenstelle darstellt, halten wir eine solche Lösung für nicht umsetzbar. Die Taktzeiten der Bahnen sind zu den Stoßzeiten bereits oftmals kaum ausreichend, um dem Andrang der Fahrgäste gerecht zu werden. Wenn die Züge nun noch zusätzlich bei jedem Bahnhof mit Schrittgeschwindigkeit einfahren würden, käme es zusätzlich zu erheblichen Einbußen bei der Fahrzeit, was zu Unverständnis und Ablehnung der oftmals im Stress befindlichen Fahrgäste führen würde.

Wir halten es daher für sinnvoller, die Fahrgäste besser für die Gefahr durch einfahrende Züge zu sensibilisieren und dringend darauf hinzuweisen, dass das Stehen zu nah am Gleisbett zu vermeiden ist und man unbedingt zu jeder Zeit sein Umfeld im Blick behalten sollte, um tödliche „Schubser“ zu verhindern. Hierfür würden sich entsprechend auffällige Markierungen und Hinweisschilder als naheliegende Lösung anbieten.

Auf längere Sicht setzen wir uns für eine Prüfung ein, inwieweit (wie bereits in anderen Ländern erfolgreich umgesetzt) Plexiglaswände vor dem Gleisbett eingebaut werden können, deren Türen sich erst nach dem Stillstand des Zuges.


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