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… zu Düngeverordnung: „Bauernlobby missbraucht Corona-Krise für ihre Partikularinteressen“ &
Klöckners „Reduktionsstrategie“ von Zucker, Fett, SalzDer Bundesrat wird laut Tagesordnung heute über die Düngeverordnung abstimmen, die von Landwirtinnen und Landwirten in Deutschland verlangt, ihren dringend benötigten Beitrag zum Grundwasserschutz zu leisten. Die Agrarlobby, die sich seit langem dagegen wehrt, nimmt nun die Corona-Krise als Vorwand und droht sogar damit, die Lebensmittelproduktion in Deutschland zu reduzieren. Dabei ist Deutschland der einzige Mitgliedstaat der Europäischen Union, der die seit 1991 bestehende EU-Nitratrichtlinie nicht einhält. Daher drohen der Bundesrepublik Strafzahlungen von bis zu 850.000 Euro – pro Tag.Dazu erklärt Matthias Wolfschmidt, internationaler Strategiedirektor der Verbraucherorganisation foodwatch:

„Die Düngeverordnung muss jetzt verabschiedet werden, sie ist überfällig. Die Notwendigkeit, den Nitrateintrag auf allen landwirtschaftlichen Flächen so weit zu reglementieren, dass die Qualität des Grundwassers nicht gefährdet wird, steht in keinerlei inhaltlichem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Die Bauernlobby missbraucht die Krisensituation für ihre Partikularinteressen. Obwohl seit Jahren klar ist, dass in vielen Betrieben und Regionen viel zu viele Tiere auf zu engem Raum gehalten werden, die viel zu viel Gülle erzeugen, tun Agrarfunktionäre so, als gäbe es die massiven Überdüngungsprobleme nicht. Bitte mehr auf foodwatch.de.


foodwatch zu Julia Klöckners „Reduktionsstrategie“ von Zucker, Fett, Salz: „kein Erfolg, sondern eine Bankrotterklärung“

Zu den heute von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner vorgestellten Zahlen zu ihrer „Reduktionsstrategie“ von Zucker, Salz und Fett in Lebensmitteln erklärt Oliver Huizinga, Leiter Recherche & Kampagnen bei der Verbraucherorganisation foodwatch:

„Es ist geradezu lächerlich, dass Frau Klöckner ihre freiwillige Vereinbarung mit der Lebensmittelindustrie als großen Erfolg verkauft. Eine Zuckerreduktion von sehr viel zu viel auf viel zu viel ist kein Erfolg, sondern eine Bankrotterklärung. 99 Prozent der Frühstücksflocken für Kinder enthalten zu viel Zucker, Joghurts für Kinder enthalten 40 Prozent mehr Zucker als von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen – das zeigen Daten der AOK und vom Max Rubner-Institut. Bei Zuckergetränken, einer der Haupt-Ursachen für die Fettleibigkeits-Epidemie, ging der Zuckeranteil sogar nur um läppische 0,2 Gramm pro 100 Milliliter zurück. Frau Klöckners Strategie gegen Fettleibigkeit und Fehlernährung ist krachend gescheitert – auch wenn die Ministerin sich das nicht eingestehen will.

Die Ministerin setzt vollkommen auf freiwillige Vereinbarungen mit der Lebensmittelwirtschaft – das ist nicht nur naiv, sondern gefährdet die Gesundheit der Menschen in diesem Land. Die Lebensmittelindustrie ist nicht Teil der Lösung, sondern Kern des Problems. Coca-Cola, Ferrero & Co. haben kein Interesse daran, eine gesunde Ernährung zu fördern – sie verdienen ihr Geld mit Zuckerbomben. Anstatt den Herstellern klare Vorgaben zu machen, belässt es Ministerin Klöckner dabei, höflich „Bitte, bitte“ zu sagen.

Frau Klöckner muss aufhören, der Ernährungsindustrie nach dem Mund zu reden und stattdessen auf die Ärzteschaft, medizinische Fachgesellschaften und die Weltgesundheitsorganisation hören . mehr auf foodwatch.de.

PMM


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