Flugplatz-Gedicht

Hallo, es ist Anfang November
und ich bin der Flughafen Tegel
noch ein paar Tage, dann melde ich mich ab
als Pflicht streiche ich die Segel
und nehme euer Gutwillen mit ins Grab.

In der französischen Zone gelegen
habe ich euch stets gut versorgt
der letzte Flieger nun nach Frankreich
hab mir schnell noch ein Taschentuch geborgt.

Beerdigt werde ich nun
kann nichts dagegen tun
weiß nicht, wie es mit mir weitergeht
was auf meiner ehemaligen Fläche entsteht.

Huch, da höre ich draußen Stimmen
eine Frau weint sehr laut
ich muss meine Ohren dimmen
sonst es mir sehr stark ergraut.

Ein Vaterunser wird gesprochen
mein Name wird plötzlich auch genannt
ich höre zu- ungebrochen
und habe einige Stimmen erkannt.

Plötzlich wird mein Lieblingslied gespielt
ich summe leise mit
habe wieder Emotionen gefühlt
Mensch, war das ein Hit.

Dann doch Lärm auf dem Dach
Schritte sich entfernen
lieber liege ich weiter wach
möchte meine Umgebung erlernen.

Gerne war ich für euch da
ich wurde geliebt und gehasst
doch wie auch immer ihr mich fandet
nun so ein komisches Ende in Hast.

Es wird totenstill, letzte entfernende Schritte
sie schreiten wohl zu Kaffee und Kuchen
aber bitte, bitte, bitte
kommt mich mal wieder besuchen.

Ihr Kai Bruchmann


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