Bürgerinformationsveranstaltung

Verkehrsberuhigung im Waldseeviertel ~ Redebeitrag von Prof. Dr. Michael Ortmann.Meine sehr verehrten Damen und Herren,

wir freuen uns über das unabhängige Verkehrsgutachten. Es bestätigt das Verkehrsproblem im Waldseeviertel: Täglich fahren 6.000 Kfz durch die Schildower Straße am Waldsee. Der Anteil der Durchfahrten in unserem Kiez beträgt je nach Tageszeit zwischen 77% und 87%. Keine der genutzten Schleichwege ist eine amtliche Verbindungsstraße.

Niemand will einen solch starken Durchgangsverkehr in seinem Wohnviertel. Wir lehnen die Verkehrsverlagerung von einer Nebenstraße in eine andere Nebenstraße deshalb grundsätzlich ab. Das Einbahnstraßensystem ist keine Lösung. Darin sind sich alle einig: Gutachter, Bezirksamt, Anwohner.

Gutachter und Bezirksamt schlagen dann also vor, dass alles so bleibt, wie es ist. Der Verkehr soll weiterhin von der Bundesfernstraße auf Nebenstraßen ausweichen, weil es für die Leichtigkeit des Pendlerverkehrs notwendig sei. Was für ein Irrsinn, der rechtlich nicht haltbar ist! Fürs Nichtstun braucht man niemanden, erst recht nicht die CDU! Das Bezirksamt und die Reinickendorfer CDU machen sich so zum Erfüllungsgehilfen der Gemeinde Glienicke. Sie vernachlässigen die wohlbegründeten Interessen ihrer eigenen Bürger.

Die Bezirksstadträtin wimmelt die Verantwortung mit immer neuen scheinheiligen Argumenten ab. Staatssekretär Ingmar Streese von den Grünen hat im Übrigen eindeutig bestätigt, dass alle etwaigen Maßnahmen voll und ganz im Ermessen des Bezirksamts liegen. Der Senat wird die komplette Sperrung für den Durchgangsverkehr im Waldseeviertel nicht verhindern, auch wenn sich der Verkehr auf der B96 dann megamäßig staut. Insofern sollten wir heute über die Erprobung von Modalfiltern reden, wie sie die BVV vor einem Jahr einstimmig beschlossen hat.

Mich freut der Konsens und das Verständnis, dass niemand den Verkehr haben will, den wir im Moment ertragen müssen. Wir alle wollen ein lebenswertes und sicheres Wohnumfeld. Aber der weitere Zuzug ins Umland wird dazu führen, dass sich der Durchgangsverkehr immer mehr in unserem Kiez breit macht, wenn wir jetzt nicht gemeinsam gegensteuern. Überörtlicher Verkehr gehört auf Hauptstraßen, und nur dorthin. Der Durchgangsverkehr muss raus aus Wohnvierteln – im Waldseeviertel, im Hohen Feld, in Frohnau.
PMM


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