Der Weihnachtsdackel

Liebe Tierfreunde,
heute möchte ich Ihnen bei Lichtglanz und Plätzchenduft Wissenwertes über das natürliche Vorkommen, die Eigenarten und das Verhalten des Weihnachtsdackels erzählen.Ebenso wie der gemeine Dackel kommt der Weihnachtsdackel als Kurz-, Langhaar- oder Rauhaardackel vor. Diese prächtigen Tiere entsprechen mit ihrer kurzläufigen, langgestreckten Gestalt voll dem Rassestandard. Es sind platzsparende Kompakthunde, deren äußere Erscheinung in verblüffendem Kontrast zu ihrer Kampfkraft und ihrer inneren Größe stehen. Diese Hunderasse vollendet sich jedoch erst im saisonalen Weihnachtsdackel.Liebe Tierfreunde, woran erkennen wir nun einen Weihnachtsdackel? Der Weihnachtsdackel, lateinisch canis lupus familiaris dackulus natalicum Domini, tritt vermehrt zum Jahresende und in Bodennähe auf. Oft trägt er eine rote Mütze, Stiefelchen, Schal oder auch einen Weihnachtssweater.

Er lebt als Kulturfolger in Gegenden, in denen die Menschen körperlich oder seelisch verwundbar sind. Der Typus des Erfolgsmenschen, der sich durch eine Lebenslüge für glücklich hält, kommt in Großstädten besonders gehäuft vor. Innenstädte gehören somit zum natürlichen Habitat des Weihnachtsdackels. Insbesondere herzensgute, aber hilflose Menschen ziehen das Tier magisch an. Es arbeitet gerne mit Menschen mit
Charakterfehlern, die der Läuterung bedürfen.

Liebe Tierfreunde, die Fähigkeiten unseres drolligen Dackels sind erstaunlich:
Zunächst einmal kann der Weihnachtsdackel sprechen, tut es aber nicht.
Stattdessen benutzt er für die Klärung der Rangordnung Morsezeichen, die er mit Hilfe seines äußerst beweglichen inneren Augenbrauenmuskels absetzt – des sogenannten Dackelblicks, der vom Menschen instinktiv verstanden wird und einen Betreuungsreflex auslöst. Dieser kann im Spielen, Kuscheln oder der Fütterung mit Weihnachtskeksen seinen Ausdruck finden. Der durchschlagende Erfolg des Dackelblicks hat zu vielfältigen Nachahmungen geführt. Auch Menschen setzen ihn gelegentlich ein, um Mitleid zu erregen. Nie aber erreichen sie die Innigkeit und Glaubwürdigkeit des Originals. Ist durch den Dackelblick eine Bindung zwischen Mensch und Hund hergestellt, verspürt der einsame Mensch oft, wie es ihm – populärwissenschaftlich ausgedrückt – warm ums Herz wird.

Dies ist eine weitere Eigenschaft des Weihnachtsdackels: Es handelt sich hier nämlich um eine feuerspeiende Varietät, den einzigen feuerspeienden Dackel. Das Tier verfügt über ein in der Nasenhöhle gelegenes vomeronasales Organ, das sogenannte »Draconis ignis«. Hiermit produziert der Weihnachtsdackel ein angenehmes hellgelbes Feuer – warm wie eine Weihnachtskerze, das sich direkt in der rechten Herzkammer hierfür empfänglicher Menschen entzündet und dort für anhaltende Behaglichkeit sorgt. MRT-Reihenuntersuchungen zeigen, dass ein von einem Weihnachtsdackel entfachtes Menschenherz nie mehr erkaltet. So schafft es das Tier, den Menschen zu läutern, Charakterfehler zu beheben, Lebenslügen zu entlarven, eine Leere zu fühlen oder dem Menschen den Glauben an Weihnachten zurückzugeben.

Die erstaunlichen Tiere werden gezüchtet als Begleithunde für Schutzengel.

Den Weihnachtsdackel gibt es in folgenden Varietäten:
• als Glücksdackel (im asiatischen Raum verbreitet)
• als Spaßtiger (mit geflecktem Fell)
• und als altenglischen Snuggeldaggel
Sollten Sie einem Weihnachtsdackel in freier Wildbahn begegnen, rennen
Sie nicht weg, sondern legen Sie sich flach auf den Rücken und fügen
Sie sich in Ihr Schicksal!
© Bettina Kerwien
Die Schriftstellerin finden Sie auf www.bettinakerwien.de.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.