Rainer Bonar

Von dort – hierher. Reinickendorfer Jahre 1981-1996    Die Rathaus-Galerie Reinickendorf präsentiert vom 1. März bis zum
15. Juli 2016 eine umfangreiche Sonderausstellung mit 51 Werken des Reinickendorfer Künstlers Rainer Bonar (1956 – 1996), der in diesem Jahr 60 Jahre alt geworden wäre.„Mit der Ausstellung und dem herausgegebenen Katalog leistet der Bezirk Reinickendorf einen Beitrag, die Erinnerung an das Werk Rainer Bonars aufrecht zu erhalten. Rainer Bonar ist in Reinickendorf unvergessen, als Künstler, aber auch als einer, der sich im Bezirk und berlinweit im Kunst- und Kulturbereich leidenschaftlich engagiert hat“, freut sich Katrin Schultze-Berndt (CDU), Bezirksstadträtin für Schule, Bildung und Kultur, über die Ausstellung in der Rathaus-Galerie.In seiner „Mauerserie“ beschäftigt sich Bonar, der selbst 1981 aus dem Ostteil Berlins ausreiste, mit dem Begriff der Freiheit und dem Ikarusmotiv. Geprägt von der eigenen Verfolgung durch die Stasi in der DDR und seiner eingeschränkten künstlerischen Freiheit setzt er sich offensiv mit der geteilten Stadt, der Mauer und der SED-Diktatur auseinander. In seinem neuen Arbeitsumfeld in Reinickendorf, anfänglich in der Holländerstraße und später im Märkischen Viertel, knüpft Bonar neue Kontakte in die Dezentrale Kulturarbeit, zum Berufsverband Bildender Künstler Berlin und in die Politik. Als scharfsinniger Denker und kritischer Geist bringt er sich, auch mit journalistischen Beiträgen, in die zeitgenössischen Debatten ein. Er ist in dieser Zeit sehr produktiv und experimentiert mit unterschiedlichen Techniken.In seinen „Berliner Piktogrammen“ wendet er sich der Abstraktion sowie der Graffiti-Kunst zu, die „Katalogübermalungen“ adaptieren den Stil der sogenannten „Jungen Wilden“ aus der Kunstszene im Westteil der Stadt und in seinen Radierungen greift der Künstler düstere mythologische Themen mit den Figuren Thanatos, Kratos und Bia auf. Mit den „Planübermalungen“ thematisiert Bonar die innere Zerrissenheit der Stadt, indem er detaillierte Berliner Stadtpläne übermalt. Krank im Bett liegend experimentiert er in Ermangelung anderen Materials mit löslichem Kaffee auf einfachen Papierbögen. Die Serien werden durch Einzelwerke ergänzt, in denen schnell Assoziationen zum Märkischen Viertel wach werden. Abschließend werden erstmals einige Bilder aus der Serie „Kontaktdrucke“ gezeigt, die gleichermaßen die letzte Station in Rainer Bonars künstlerischen Schaffen abbilden.

Die Ausstellung zeigt 20 Jahre nach dem Tod dieses unangepassten Künstlers und 25 Jahre nach der Wiedervereinigung, wie aktuell sein Werk und das Bemühen um Freiheit auch heute noch sind.

Rathaus-Galerie Reinickendorf, Eichborndamm 215-239, 13437 Berlin
Vernissage: Montag, 29. Februar 2016, 18.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 1. März – 15. Juli 2016

Im Rahmen der Ausstellung erscheint der Katalog „Ich war nie einer von Euch!“ Der Künstler Rainer Bonar.“, der in der Graphothek Berlin und im Museum Reinickendorf zum Preis von 24,90 Euro erhältlich ist.

www.kunstamt-reinickendorf-rathausgalerie.de
www.rainerbonar.de
Tel.: 030 – 404 40 52

Verkehrsverbindungen: U8 Rathaus Reinickendorf, S1 Bahnhof Wittenau, Bus 220, 221, 322, X33 Rathaus Reinickendorf
Öffnungszeiten: Mo – Fr 9.00-18

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